Abschlusserklärung des Europäischen Betriebsrats
Comunicato CAE

Vom 21.1.-23.1.2019 fand in Mailand die 23. Plenarsitzung des Europäischen Betriebsrats der UniCredit mit intensiven Beratungen und Austausch mit dem Gruppenmanagement statt.

Am 22. Januar 2019 unterzeichneten Unicredit und UNI Global Union (der Weltverband der Dienstleistungsgewerkschaften) im Rahmen der 23. Plenarsitzung des Europäischen Betriebsrats - mit Unterstützung dieses EBR und der Trade Union Alliance in Unicredit - eine globale Rahmenvereinbarung (Global Framework Agreement, kurz GFA), die allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unserer Gruppe Grundrechte in Sachen Respekt des Einzelnen, freie gewerkschaftliche Betätigung und Würde der Arbeitnehmer garantiert. Dies alles im Rahmen der Förderung einer Kultur des Respekts, der Anti-Diskriminierung und der Work-Life-Balance. Das GFA bekräftigt und stärkt den Inhalt der gemeinsamen Erklärungen (Joint Declaration) zum Verantwortlichen Verkauf, zu Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung sowie Work-Life-Balance. Die Unterzeichnung dieses wichtigen GFA, des ersten in Italien im Finanzsektor, gültig für die gesamte Gruppe, stellt ein wichtiges Ergebnis dar und unterstreicht die Wirksamkeit des sozialen Dialogs im Hinblick auf den Schutz und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der ArbeitnehmerInnen.

Unterzeichnet wurde dieses Dokument im Rahmen der Plenarsitzung des Europäischen Betriebsrats von CEO J.P. Mustier persönlich. Anwesend war dabei auch der General Manager G.F. Papa. CEO Mustier betonte, dass wir auf einem neuen Weg eines kulturellen Wandels sind. Er bekräftigte, dass Verstöße auf keiner Ebene geduldet werden.

Der CEO erklärte weiter, dass auch für das Management Monitoring-Maßnahmen entwickelt werden, da diesem eine besondere Vorbildfunktion zukommt, gefolgt von angemessenen Schulungen auf allen Ebenen der Organisation.

Der CEO J.P.Mustier hat betont, dass wir uns auf einem neuen Weg befinden, der uns alle in einen kulturellen Wandel einbeziehen wird, bei dem Ethik und Respekt im Mittelpunkt stehen werden. Die Unterzeichnung des GFA ist das erste Stück auf dieser Reise, die zwangsläufig zu einem kulturellen Wandel führen wird.

Der CEO hat weiters erklärt, wie wichtig es gegenüber allen Stakeholdern ist, „das Richtige zu tun“ und die richtigen Produkte auf die richtige Art und Weise zu verkaufen, so wie es auch die im GFA enthaltene Bestimmung Verantwortung für einen nachhaltigen Verkauf von Finanzprodukten beschrieben ist. Das bedeutet auch die Einhaltung der Vereinbarungen, der Erklärungen zur Work Life Balance oder zu Diversity. In diesem Sinne werden Monitoring-Maßnahmen zum Verhalten auch für das Management, wenn diese von den Werten der Ethik und des Respektes abweichen. Die Vorbildwirkung müsse, so betonte J.P. Mustier, muss von der Konzernspitze ausgehen und inklusive Schulungen auf allen Ebenen fortgeführt werden.

Das Top-Management betonte wiederholt, dass die Ausübung von Druck negativ und ein Mangel an Respekt ist.
Die Kultur des Dialogs soll gestärkt werden, also die freie Meinungsäußerung und das aktive Zuhören der MitarbeiterInnen auf allen Ebenen. Dies alles wird ein strategischer Schwerpunkt zur Unterstützung des kulturellen Wandels in den nächsten Monaten sein.

Zu den nächsten Schritten der Entwicklung der Gruppe bekräftigte der CEO, dass organisches Wachstum im Vordergrund steht und keine Fusionen und Übernahmen geplant sind.

Der EBR forderte die vollständige, uneingeschränkte Umsetzung der Gemeinsamen Erklärungen in allen Ländern, betont die Bedeutung des kulturellen Wandels und unterstützt alle Maßnahmen, die die ethische Ausrichtung stärken. Vertieft wurden diese Punkte auch mit dem Leiter der Abteilung Industrial Relations E. Recchia, der auch den Status von konkreten Umsetzungsbeispielen zur Verbesserung der Work Life Balance in den verschiedenen Ländern erläuterte.

In jenem Teil der Beratungen, der sich mit der Unicredit Services beschäftigt hatte, veranschaulichte der CEO D. Tonella die Fortschritte bei der Digitalisierung und Transformation des Geschäftsmodells des Konzerns.
Der Schwerpunkt lag auf den folgenden Punkten:
=> Entwicklung der IT-Architektur: u.a. wurde darauf verwiesen, dass die „Incidents“ insbesondere in Italien und Deutschland - um 46% reduziert werden konnten und Optimierungen vorgenommen wurden (durch Austausch von Hardware und Verringerung von „LOGON“ Zeiten)
=> Effizienz des operativen Geschäfts: Fortsetzung des bereits bekannten Kostensenkungsplans, durch Spezialisierung und Schaffung von „Global Hubs“.
=> Optimierung von Real Estate: Optimierung der Flächen in den Headquarter und Filialschliessungen (großteils schon passiert oder in Umsetzung).

Der Europäische Betriebsrat bekräftigte seine Ablehnung weiterer Outsourcing-Maßnahmen und betonte, dass Umstrukturierungen nicht in erster Linie auf den Abbau von Personal abzielen dürfen. Er fordert dagegen, in die Weiterbildung und in die Kompetenzen der Kollegen in allen Bereichen (IT, Operations, Real Estate, Procurement, Sercurity usw.) zu investieren, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen. Diesbezüglich hat der CEO eine Reihe von Initiativen zum Thema Upskiling/Training/Learning angekündigt, deren Wirksamkeit wir bei der Umsetzung evaluieren werden.

Der EBR fordert generell, alle Outscourcings zu überprüfen und gegebenenfalls wieder in zu scourcen.

Der CEO wies in Italien aufgetauchte Gerüchte über die Auslagerung weiterer Aktivitäten an VT-Services kategorisch zurück.

Im Hinblick auf die massiven „Incidents“ im Zahlungsverkehr in Österreich, insbesondere Ende des Jahres, forderte der EBR konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung der IT-Systeme. Der CEO versprach ein starkes Engagement in dieser Angelegenheit und verwies auf die bereits erfolgte Einrichtung einer einschlägigen Task Force, die dieses Thema vorantreiben wird.

CEO Tonella beschrieb die Aufteilung der 2,3 Mrd. € der von Transform 2017 -2019 geplanten Investitionen: 0,7 Mrd. € wurden für Anforderungen der Regulierungsbehörden, der Rest für Business und Innovation verwendet. Er betonte, dass in diesem Rahmen eine Fortschreitung der Automatisierung (Robotics, Process Automation) erwartet wird. Wir haben bekräftigt, dass die Digitalisierung die Arbeitnehmer in den Mittelpunkt stellen und eine Bank aufbauen muss, in der die Menschen den Unterschied machen und der eigentliche Mehrwert der Digitalisierung den Kunden und der Unterstützung der Mitarbeiter dienen muss.

Zu den Sektoren, die die Gruppe stärken will, gehört das Wealth Management, das derzeit in Deutschland, Italien, Österreich konzentriert werden muss.
Herr Bizzozzero, Leiter von WM, veranschaulichte unsere aktuelle Position in Europa und das Ziel, mit dem neuen Wealth Management Wert für Aktionäre und Kunden geschaffen werden soll und in den nächsten Jahren in die Top 5 Wettbewerber vorzustoßen.
Der Europäische Betriebsrat bekräftigte die Bedeutung des sozialen Dialogs als wirksames Mittel zur Wahrung und zum Schutz der Rechte und Arbeitsbedingungen der ArbeitnehmerInnen und forderte das Unternehmen nachdrücklich auf, in allen Ländern der Gruppe weiterzuentwickeln. In diesem Sinne ist die GFA das geeignete Instrument.

Mailand, 30 Januar 2019
Stellungnahme des Europäischen Betriebsrates